Daten reiten auf der Sinuswelle.
Breitband-Powerline (BPL) macht das bestehende Niederspannungsnetz selbst zum Kommunikationsweg — ganz ohne zusätzliche Trassen.
Das Stromnetz wird zur Datenleitung.
Statt zusätzliche Energiekabel zu verlegen, nutzt Breitband-Powerline (BPL) das vorhandene Niederspannungsnetz als Übertragungsmedium. Datenpakete werden auf die 50-Hz-Stromwelle moduliert und über Trafostationen, Verteilerkästen und Hausanschlüsse bis zum Smart Meter Gateway übertragen.
Mobilfunk für Smart Meter Gateways: LTE und LTE450
Ein Smart Meter Gateway benötigt über seine WAN-Schnittstelle eine sichere Verbindung zum Smart-Meter-Gateway-Administrator und zu berechtigten Marktteilnehmern. Mobilfunk eignet sich dafür besonders, weil die Messstelle unabhängig vom Internetanschluss des Kunden angebunden werden kann. Sicherheits-, Datenschutz- und Interoperabilitätsanforderungen ergeben sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) sowie den BSI-Schutzprofilen und der technischen Richtlinie BSI TR-03109.
Grundsätzlich kommen zwei Varianten infrage: öffentliches LTE/4G (z. B. Telekom, Vodafone, Telefónica) und LTE450 — ein eigenes, auf kritische Infrastrukturen ausgerichtetes Mobilfunknetz im 450-MHz-Frequenzbereich.
Messwertübertragung
- Verbrauchs- und Einspeisewerte
- Abrechnungsrelevante Messdaten
- Netzzustandsdaten
- Technische Status- und Ereignismeldungen
Steuerung nach § 14a EnWG
- Wärmepumpen
- Private Ladeeinrichtungen
- Batteriespeicher
- Klimageräte & weitere steuerbare Verbrauchseinrichtungen
Steuerung von Erzeugungsanlagen
- Leistungsbegrenzung von PV-Anlagen
- Anpassung von Wirk- oder Blindleistung
- Direktvermarktung & Einspeisemanagement
- Flexibilitätsbereitstellung, perspektivisch Regelenergiemarkt
Netzzustandsüberwachung
- Spannung, Strom, Frequenz
- Wirk- und Blindleistung
- Einspeise- und Bezugsrichtung
- Teils minütliche Übermittlung gemäß MsbG
Submetering & Mehrwertdienste
- Wärme, Wasser, Gas
- Heizkostenverteiler
- Gebäudeenergiemanagement
- Mieterstrommodelle
Ein Mobilfunknetz für kritische Infrastruktur
LTE450 nutzt LTE-Technologie im Frequenzbereich um 450 MHz. Die Bundesnetzagentur hat dieses Band vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen vorgesehen — insbesondere für die Energie- und Wasserwirtschaft.
Vorteile der niedrigen Frequenz
- — Größere Funkreichweite je Basisstation
- — Bessere Ausbreitung im ländlichen Raum
- — Bessere Durchdringung von Gebäuden
- — Bessere Erreichbarkeit von Kellern & Technikräumen
- — Weniger Basisstationen für dieselbe Fläche nötig
Kritische-Infrastruktur-Ausrichtung
- ✓ Definierte Teilnehmergruppen, kontrollierter Netzzugang
- ✓ Priorisierung kritischer Kommunikation
- ✓ Eigene Sicherheits- und Betriebskonzepte
- ✓ Höhere Unabhängigkeit von öffentlichen Mobilfunknetzen
- ✓ Krisen- und Schwarzfallvorsorge
Der Netzbetreiber 450connect nennt für sein Netz u. a. priorisierbare Schaltbefehle, einen von öffentlichen Telekommunikationsnetzen unabhängigen Betrieb sowie eine Schwarzfallfestigkeit von bis zu 72 Stunden. Diese Angaben beziehen sich auf das Netzkonzept und die jeweilige technische Realisierung — die tatsächliche Ende-zu-Ende-Verfügbarkeit hängt zusätzlich von Endgerät, Stromversorgung und Backend ab.
Was ist LTE?
LTE (Long Term Evolution) ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G) — der Nachfolger von UMTS/3G. Er bietet gegenüber älteren Standards höhere Datenraten, geringere Latenz und wird von den öffentlichen Netzbetreibern in Deutschland flächendeckend betrieben.
Was ist 450 MHz?
450 MHz bezeichnet einen Frequenzbereich im unteren UHF-Band. Niedrige Frequenzen breiten sich physikalisch weiter aus und durchdringen Gebäude besser als die höheren Frequenzbänder des öffentlichen LTE — ein Grund, warum dieses Band für kritische Infrastruktur reserviert wurde.
Warum BPL gegenüber Mobilfunk überlegen sein kann?
Je nach Netzsituation ergänzt oder ersetzt BPL die Mobilfunkanbindung des Smart Meter Gateways.
Mobilfunk — Grenzen
- − Abhängig von externer Netzabdeckung
- − Schwächen in Kellern & Trafostationen
- − Laufende Tarifkosten pro Endpunkt
- − Kein direkter Mehrwert für Netzüberwachung
BPL — Stärken
- Nutzt vorhandene Netzinfrastruktur
- Unabhängig von Funkabdeckung
- Basis für Netzüberwachung & Smart Grid
- Langfristig attraktive Investition
Eine Infrastruktur, viele Anwendungen.
Netzüberwachung
Echtzeit-Transparenz im Niederspannungsnetz — Grundlage für vorausschauende Wartung.
Flexibilitätsmanagement
Neue Erlösmodelle für Netzbetreiber durch steuerbare Lasten und Flexibilitätsmärkte.
§14a-Steuerung
Netzdienliche Einbindung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen.
Informationssicherheit ist kein Zusatz — sie ist Teil der Architektur.
Jedes Projekt folgt den BSI-Anforderungen an Smart-Meter-Infrastruktur, inklusive Smart Meter PKI und TR-03109-konformer Umsetzung.
Fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse für Ihr Netzgebiet?
Wir zeigen Ihnen, wo sich BPL rechnet — und wo Mobilfunk weiterhin die richtige Wahl ist.
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